Strategie
14. September 20246 Min.

Warum On-Prem NAC nicht mehr zur modernen IT passt

HI
Herr-Informatik Team
Cloud NAC Competence Center

Über viele Jahre hinweg galt es als Best Practice, sicherheitsrelevante Systeme im eigenen Rechenzentrum zu betreiben. On-Premises-Lösungen vermittelten Kontrolle, Planbarkeit und Unabhängigkeit. Dieses Denken prägt auch heute noch viele Entscheidungen rund um Network Access Control. Dennoch zeigt sich zunehmend, dass On-Prem NAC nicht mehr zur Realität moderner IT-Umgebungen passt.

Moderne IT ist dynamisch, verteilt und stark identitätsgetrieben. Anwendungen liegen in der Cloud, Benutzer arbeiten standortunabhängig, und Endgeräte wechseln regelmässig zwischen internen und externen Netzwerken. In diesem Umfeld verliert der klassische Gedanke eines klar abgegrenzten internen Netzwerks an Bedeutung. On-Prem NAC hingegen basiert häufig genau auf diesem Modell und setzt voraus, dass Kontrolle primär lokal erfolgt.

Ein zentrales Problem ist die infrastrukturelle Abhängigkeit. On-Prem NAC erfordert den Betrieb eigener Server, Datenbanken und Zertifikatsdienste. Diese Komponenten müssen hochverfügbar, aktuell und sicher betrieben werden. In vielen Unternehmen steht dieser Aufwand in keinem Verhältnis mehr zum erzielten Sicherheitsgewinn. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass NAC selbst zum kritischen Faktor für die Netzwerkverfügbarkeit wird.

Hinzu kommt, dass sich Identitäten zunehmend in die Cloud verlagern. Benutzerkonten, Gerätezustände und Zugriffsrichtlinien werden heute über zentrale Cloud-Plattformen verwaltet. On-Prem NAC muss diese Informationen aufwendig integrieren oder replizieren, was die Komplexität weiter erhöht. Die Folge sind hybride Architekturen, die schwer zu betreiben und fehleranfällig sind.

Auch die Anforderungen an Skalierbarkeit haben sich verändert. Neue Standorte, temporäre Netzwerke oder projektbasierte Erweiterungen lassen sich in modernen Umgebungen kurzfristig realisieren. On-Prem NAC skaliert in solchen Szenarien nur bedingt. Zusätzliche Hardware, Lizenzen und Konfigurationsaufwände bremsen die Agilität und erschweren schnelle Anpassungen.

Ein weiterer Aspekt ist der Umgang mit nicht klassischen Endgeräten. IoT- und OT-Systeme, mobile Geräte und externe Dienstleister gehören heute selbstverständlich zum Netzwerk. Viele On-Prem NAC-Lösungen sind jedoch primär auf verwaltete Arbeitsplätze ausgelegt. Sonderfälle häufen sich, Ausnahmen werden zur Regel, und die eigentliche Zugriffskontrolle verliert an Konsistenz.

Aus sicherheitstechnischer Sicht entsteht dadurch ein Zielkonflikt. Einerseits soll NAC den Netzwerkzugang strikt kontrollieren, andererseits darf der Betrieb nicht gefährdet werden. In der Praxis führt dies häufig dazu, dass Sicherheitsrichtlinien gelockert oder umgangen werden. On-Prem NAC ist dann zwar vorhanden, erfüllt jedoch nicht mehr den ursprünglich vorgesehenen Zweck.

Cloudbasierte NAC-Ansätze orientieren sich stärker an der Realität moderner IT. Sie integrieren sich direkt in Cloud-Identitäten, Gerätemanagement und Sicherheitsplattformen, ohne zusätzliche lokale Infrastruktur vorauszusetzen. Lösungen wie Portnox ermöglichen eine zentrale, hochverfügbare Steuerung des Netzwerkzugangs und lassen sich flexibel an veränderte Anforderungen anpassen.

Die Frage ist daher nicht, ob On-Prem NAC grundsätzlich unsicher ist, sondern ob es noch zur heutigen Arbeitsweise und IT-Strategie passt. Für viele Unternehmen überwiegen inzwischen die Nachteile in Betrieb, Skalierung und Flexibilität. Moderne Netzwerksicherheit erfordert Lösungen, die sich dynamisch anpassen lassen und den Betrieb nicht unnötig verkomplizieren.

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